Schon der Name erzählt etwas über Haltung und Herkunft. Jan Matthias Klein vom Weingut Staffelter Hof erklärt, wie aus der berühmten Lage Kröver Nacktarsch der heutige Knackarsch wurde: Das klassische Lagen-Label habe irgendwann nicht mehr zum eigenen Auftritt gepasst. Bei neuen Etiketten mit „lustigen Wölfen drauf“, erzählt er, sei die Umbenennung fast spielerisch entstanden.
Ja, also Knackarsch ist im Prinzip eine Hommage an unsere berühmte Weinlage Kröver Nacktarsch.
Klein beschreibt die Idee als pragmatisch und persönlich zugleich. Die damalige Freundin habe den entscheidenden Impuls gegeben: Wenn das Etikett nicht mehr zum Konzept passe, dann solle man den Wein eben anders nennen. Daraus sei ein Name geworden, der an der Mosel / Saar nicht nur hängenbleibt, sondern auch das Selbstbild der Steillagen-Winzer mit aufnimmt.
Dann nenn das doch Knackarsch, das ist ein Qualitätsmerkmal und die steileren Winzer an der Mosel haben ja sowieso einen Knackarsch. Da passt es doch gut als Name.
Inhaltlich ist die Linie für ihn klar definiert: Der Knackarsch ist der liebliche Gutsriesling des Hauses. Beim ersten Schluck soll nicht bloß Süße im Vordergrund stehen, sondern ein Zusammenspiel, das Frucht und Trinkfluss trägt. Jan Matthias Klein beschreibt den Wein als Balance aus frischer Säure und spürbarer, aber nicht schwerer Süße. Gerade darin liege sein Reiz.
Zum ersten Mal genannt wird der Wein als Weingut Staffelter Hof Riesling Knackarsch lieblich 2024 BIO, ein Riesling, den Klein ausdrücklich als zugänglich und feierfreudig versteht.
Der Knackarsch ist immer unser lieblicher Gutsriesling.
Zeichnet sich aus durch immer eine knackige Säure gepaart mit einer bisschen höheren Süße, die aber sehr delisch ist, um halt wirklich den Traubengeschmack zu schmecken.
Lars Leistenschneider setzt genau an dieser Stelle nach und rahmt den Wein über seine Zielgruppe.
Da bleibt mir eigentlich nichts mehr zum ergänzen, weil gerade Leute, die einen süßeren Wein suchen und eine schöne Trinkfrische trotzdem haben möchten, sind hier ganz gut aufgehoben?
Auf die Frage von Lars antwortet Klein mit einer sehr konkreten Beschreibung des Effekts im Glas: Die Säure halte den Wein in Bewegung, trotz deutlicher Süße. Es gehe nicht um Schwere, sondern darum, dass man weitertrinken wolle.
Die kräftige Säure, die er halt eben mit sich bringt, gibt dem Wein trotzdem immer noch einen Trinkfluss. Man wird einfach nicht so schnell satt, obwohl er eine kräftige Süße mitbringt.
Das führt direkt zu seinem eigentlichen Einsatzbereich. Klein denkt diesen Riesling nicht als stilles Betrachtungsobjekt, sondern als Wein für Geselligkeit. Entscheidend ist für ihn auch der Alkoholgehalt: 8,5 Volumenprozent. Daraus leitet er fast schon ein Gebrauchsszenario ab — Feiern, Tanzen, lange Abende.
Das Schönste an dem ist, ich sagte, das ist eigentlich der ideale Wein zum Feiern, weil der hat nur 8,5 Volumenprozent. Da wird man nicht so schnell betrunken und kann die ganze Nacht durchtanzen.
In dieser Beschreibung steckt mehr als nur ein lockerer Ton. Sie zeigt, wie Klein den Wein versteht: als bewusst niedrig alkoholischen, lieblichen Riesling mit klarer Säurestruktur und deutlichem Traubenaroma. Am Ende erweitert er den Rahmen sogar noch über das klassische Weinglas hinaus.
Ja, es macht Spaß von hinten bis vorne, um Wein zu feiern und zu Musik und Weinweiberungsgesang. Oder auch einen Longdrink nach Feierabend. Ist ja vielseitig einsetzbar.
So bleibt vom Knackarsch vor allem diese Kombination hängen: ein Name mit lokaler Anspielung, ein Stil mit Süße und Zug und ein Wein, den sein Winzer ausdrücklich für unprätentiöse, lange Nächte gebaut hat.