Ribeira Sacra (D.O.).
Weine aus Ribeira Sacra (D.O.): Terroir, Stil & Empfehlungen
Die Ribeira Sacra liegt im Landesinneren Galiciens im Nordwesten Spaniens.
Charakter & Stil
Ribeira Sacra im Glas heißt meist Mencía von steilen Terrassenlagen: eher mittlerer Körper als Wucht, spürbare, frische Säure, Tannin fein bis mittel und Alkohol oft im mittleren Bereich, in eurem Sortiment bei 13,5 bis 14 Volumenprozent. Die Frucht geht meist klar in Richtung rote Kirsche, Himbeere und rote Pflaume, dazu oft etwas Veilchen, Kräuter und ein steiniger, leicht erdiger Zug; dunkle, marmeladige Frucht steht hier normalerweise nicht im Vordergrund. Im Vergleich zu vielen Rotweinen aus dem warmen Binnenland Spaniens wirken die Weine aus Ribeira Sacra kühler, saftiger und weniger vom Alkohol oder Holz getragen, eher mit Zug als mit Breite. Gegenüber Bierzo, das ebenfalls stark von Mencía geprägt ist, sind Ribeira-Sacra-Weine oft etwas schlanker, herber und mineralischer, mit weniger schwarzer Frucht und mehr roter, frischer Aromatik. Das sieht man auch an den Guímaro-Weinen im Sortiment: selbst bei 14 Prozent bleibt der Eindruck eher auf Kirsche, Kräutern und Stein als auf Süße oder Schwere.
Lagen & Sub-Regionen
Die D.O. Ribeira Sacra ist in fünf Subzonen gegliedert: Amandi, Chantada, Quiroga-Bibei, Ribeiras do Miño und Ribeiras do Sil. Amandi am steilen Sil-Ufer ist die bekannteste Zone; dort reift Mencía oft auf Schiefer und anderen armgründigen Hangböden, meist etwas dunkler, würziger und konzentrierter. Ribeiras do Sil teilt die dramatischen Terrassenlagen entlang des Sil, wirkt je nach Exposition aber frischer oder straffer; Ribeiras do Miño und Chantada am Miño sind klimatisch etwas offener und bringen oft hellere, saftigere, etwas floralere Weine hervor. Quiroga-Bibei liegt weiter im Landesinneren, trockener und kontinentaler, mit mehr Temperaturunterschieden und häufig kargeren Böden; daraus kommen oft geradlinige, mineralische, eher feste Weine. Eine zusätzliche Hierarchie wie in manchen französischen Appellationen gibt es hier nicht wirklich – in Ribeira Sacra denkt man stärker in Tälern, Hängen und Parzellen der Steillagen als in offiziellen Unter-Appellationen.
Passt zu
In der Ribeira Sacra liegt Mencía oft genau richtig zu Pulpo a feira, weil die frische Säure und die herbe, steinige Art gut mit Olivenöl, Paprika und Meersalz arbeiten. Auch lacón con grelos, also gepökelte Schweineschulter mit Stängelkohl, ist naheliegend: Das Salz und das Fett werden von der Säure aufgefangen, die eher feinen Tannine packen das Eiweiß, ohne das Gericht trocken zu machen. Ein gegrillter Wolfsbarsch klappt ebenfalls, vor allem wenn er nur mit Kräutern, Zitrone und etwas Röstaroma kommt; dann trägt die kühle Frucht des Weins den Fisch, statt ihn zu erschlagen. Wer es deftiger mag, kann zu Saumagen greifen: Die Würze und das Fett brauchen Zug und Frische, genau das bringt ein Mencía aus den steilen Schieferlagen oft mit. Ossobuco funktioniert eher mit den konzentrierteren, gereifteren Tintos der Region, weil Kollagen, Schmorjus und Mark etwas Grip und Substanz verlangen.

