
Domaine du Coquerel
Domaine du Coquerel— Weingut, Profil & Sortiment
„Maison Coquerel produziert seine Calvados immer noch in Anlehnung an die Normand-Tradition und nutzt dabei die heutige Technologie. Die Äpfel werden gewaschen und durch Schwerkraft zu einem Aufzug geschwommen, der sie zu einer Gittermaschine bringt, wo sie zu Zellstoff verarbeitet werden. Der Zellstoff wird zu einer Presse befördert, zwischen zwei Lochblechen verteilt und durch zwei Hochdruckwalzen angetrieben. Der so hergestellte Apfelsaft wird als Muss bezeichnet. „Der Apfelsaft wird über mehrere Monate auf natürliche Weise fermentiert, während der Zucker allmählich zu Alkohol wird. Es wird Apfelwein. Erst nach diesem Fermentationsprozess kann dieser Apfelwein destilliert werden, um „Eau de vie de cidre“ (Apfelbrand) herzustellen. Land: .
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Stil & Handschrift
Domaine du Coquerel arbeitet nicht mit Trauben, sondern mit Äpfeln und zeigt in seinem Sortiment eine klare, eher präzise Handschrift: erst sauber gepresster Most, dann eine langsame, natürliche Gärung über mehrere Monate, danach die Destillation zu Cidre-Branntwein. Das deutet weniger auf einen bewusst oxidativen, schweren Stil als auf eine kontrollierte, technisch saubere Machart hin, die Frucht und Klarheit erhalten soll. Aus den verfügbaren Daten lässt sich vor allem die Spannung zwischen normannischer Tradition und moderner Kellertechnik ablesen; zu Holz, Edelstahl oder Lesezeit im weinbaulichen Sinn passt hier wenig, weil es um Calvados geht. Stilistisch reicht das offenbar von geradlinig-apfelig und frisch im Grundton bis zu würziger, runderem Ausbau, sobald Fass-Finishes ins Spiel kommen. Ein Beispiel dafür ist der Calvados AOC 4 Jahre mit Beer-Barrel-Finish, bei dem die Fruchtbasis von malzigen, herberen Fassnoten überlagert werden dürfte.
Lage & Anbaugebiet
Domaine du Coquerel sitzt in der Normandie, in Milly bei Saint-Hilaire-du-Harcouët im Département Manche, also im Süden der Region nahe der Grenze zur Bretagne. Das Haus ist vor allem für Calvados bekannt; die geografische Klammer ist damit klar Normandie, auch wenn hier kein klassisches Weingut im Sinn von Reben und Cru-Lagen gemeint ist. Für den Stil zählt das normannische Terroir trotzdem: ein kühles, feuchtes Atlantikklima sorgt für langsame Reife der Äpfel und bewahrt Säure, Frische und eher herbe, klare Aromen statt üppiger Süße. Die Landschaft dort ist sanft hügelig, mit viel Grünland und den in der Normandie typischen Apfelanbau-Bedingungen; solche eher moderaten Temperaturen und oft wasserhaltigen Böden liefern saftiges, säurestabiles Obst, das sich gut für Cidre und die Destillation zu Calvados eignet. Kurz gesagt: keine spektakuläre Steillage, sondern ein ruhiges, kühles Apfelland – und genau daraus kommt der straffe, frische Grundton, auf dem dann Fassreife und Finishes aufbauen.
Passt zu
Zur Hauptlinie von Domaine du Coquerel mit ihrem apfelgeprägten, warmen Calvados-Stil passen Gerichte, die Süße, Salz und Röstaromen sauber zusammenbringen: am naheliegendsten normannische Boudin noir mit gebratenen Äpfeln, dazu eine Zwiebelkomponente oder etwas Kartoffel. Das funktioniert, weil der Brand die Frucht der Äpfel aufgreift, während seine Würze und der Alkohol das Fett der Blutwurst und die Süße der Äpfel ordnen. Sehr stimmig ist auch Camembert aus dem Ofen mit Bauernbrot, denn cremige, leicht pilzige Noten und die herbe Apfelfrucht greifen ineinander, ohne dass eines das andere erschlägt. Wenn es süß werden soll, dann eher schlicht: Tarte aux pommes oder Crêpes mit wenig Zucker, damit der Calvados nicht zur bloßen Süße kippt, sondern seine trockene, destillierte Apfelseite zeigen kann.