
Poli Distillerie srl
Poli Distillerie srl— Weingut, Profil & Sortiment
Die Piemonteser und Trentiner Destillateure sind der Meinung, der beste Destillierkolben sei der mit Wasserbad arbeitende, während man in Friaul und in Venetien den Alambic mit Dampfkesseln bevorzugt. In der Destillerie Poli kommt sowohl der eine wie der andere zum Einsatz. Warum?. Jeder Destillierkolben weist besondere Vorzüge auf, die seine Eignung für ein spezifisches Rohmaterial begründen. Für die Herstellung von Grappa muss man die Eigenschaften des Alambics und die Qualität des Ausgangsmaterials kennen, aber vor allem ist es notwendig eine klare Vorstellung davon zu haben, welche Art Grappa man erhalten möchte. Bei der Poli Destillerie sind zwei Destillierkolben mit Wasserbad – der traditionelle und der vakuumbetriebene - und der antike Alambic aus Kupfer mit Dampfkesseln in Betrieb. Land . Italien .
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Stil & Handschrift
Poli Distillerie arbeitet nicht entlang einer einzigen stilistischen Schiene, sondern über die Wahl des Brennverfahrens: In Schiavon kommen sowohl wasserbadbeheizte Brennblasen als auch ein alter Kupfer-Alambic mit Dampfkesseln zum Einsatz. Das deutet auf einen sehr materialbezogenen Ansatz hin, bei dem nicht ein Dogma zählt, sondern welches Rohmaterial welche Behandlung verträgt und welcher Grappa am Ende entstehen soll. Kategorien wie reduktiv oder oxidativ, Edelstahl oder Holz, früh oder spät gelesen greifen hier kaum, weil es nicht um Weinbereitung, sondern um das präzise Herausarbeiten von Trestercharakter in der Destillation geht. Die Handschrift wirkt deshalb eher klar konturiert als demonstrativ schwer: technisch bewusst geführt, mit Stilbandbreite je nach Ausgangsmaterial und Apparatur. Ein Anker im Sortiment ist der Grappa Sarpa ORO di Poli aus Venetien, der genau diese Ausrichtung auf einen definierten, gewollten Grappa-Stil gut illustriert.
Lage & Anbaugebiet
Poli Distillerie sitzt in Schiavon bei Bassano del Grappa in Venetien; es ist in erster Linie eine Distillerie, keine klassisch weinbaubetreibende Kellerei mit klar abgegrenztem Eigenlagen-Portfolio. Entsprechend lässt sich hier eher über die Herkunft des Tresters und der Grundweine sprechen als über „die“ eigenen Weinberge: Im Sortiment ist Venetien als Hauptregion gesetzt, beim Sarpa Oro konkret der Bereich um den Gardasee. Das ist klimatisch eine milde, vom See gepufferte Zone, mit viel Licht und zugleich kühlenden Einflüssen aus den Voralpen; je nach Herkunft innerhalb Venetiens kommen Moränenböden, kalkige und kiesige Partien ins Spiel. Für die Weine und damit auch für das Ausgangsmaterial der Destillation heißt das meist: reife Frucht, gute aromatische Klarheit und eine Balance aus Fülle und Frische. Da Poli mit unterschiedlichen Brennblasen für unterschiedliche Rohmaterialien arbeitet, steht weniger eine einzelne Appellation im Vordergrund als die saubere Übersetzung regionaler Herkunft in den jeweiligen Brand.
Passt zu
Zur Hauptlinie von Poli passt kein „Weinpairing“ im klassischen Sinn, sondern ein kleiner, klarer Abschluss am Tisch: Grappa Sarpa Oro nach Baccalà alla Vicentina oder einem Stück gereiftem Asiago. Das funktioniert, weil die weiche, goldene Art des Destillats genug Wärme und Würze mitbringt, um die salzige, cremige Tiefe des Stockfischs oder die nussige Kante des Käses aufzunehmen, statt daneben scharf zu wirken. Aus Venetien gedacht ist auch Sbrisolona oder trockenes Mandelgebäck eine gute Spur, weil Grappa und mürbe, leicht süße Textur sich gegenseitig ordnen, nicht überladen. Wichtig ist die kleine Menge und ein nicht zu kaltes Glas: Dann wirkt der Brand nicht laut, sondern wie ein sauberer Schlussstrich.