Geschmack & Charakter
Im Glas wirkt Zalema eher weich als straff: die Säure ist mild bis mittel, der Körper schlank bis mittler, Tannin spielt praktisch keine Rolle, und der Alkohol von 18 Volumenprozent ist deutlich spürbar. Die Textur geht damit eher in Richtung dicht und warm, nicht kühl oder zupackend. Aromatisch steht klar die oxidative, nussige und getrocknet-fruchtige Seite vorne, oft mit Anklängen von Trockenobst, Karamell und einem leicht würzigen Ton. Dazu kommt eine salzige, leicht herbe Spur, die den Wein nicht süß wirken lässt. Der Nachhall ist lang, getragen von Wärme, Nussigkeit und dieser trockenen, leicht mandeligen Bitterkeit.
Anbau & Region
Zalema sitzt fast komplett im Südwesten Andalusiens, vor allem in der D.O. Condado de Huelva zwischen Atlantik, Doñana und den sanften Hügeln rund um Bollullos Par del Condado, La Palma del Condado und Almonte. Das Klima ist warm und sonnig, aber der Atlantik bremst die Hitze mit feuchteren, kühleren Einflüssen; dadurch bleiben die Weine oft leichter und salziger im Eindruck, als man bei Andalusien zuerst vermutet. Wichtig sind hier die hellen Albariza-Böden aus kalkreicher Mergel- und Kreideerde: Sie speichern den Winterregen tief im Boden und geben ihn im trockenen Sommer langsam ab, was bei Zalema zu eher weichen, milden Weinen mit zurückhaltender Säure und oft leicht hefig-nussigen Tönen führt. Auf sandigeren Böden näher zur Küste wird der Stil meist lockerer, duftiger und etwas schlanker, während kalkreichere Parzellen mehr Substanz und eine trockene, leicht kreidige Note bringen. In der D.O. Condado de Huelva wird Zalema deshalb nicht nur jung und frisch ausgebaut, sondern auch als Basis für oxidativ geprägte, aufgespritete Weine genutzt, weil die Rebsorte die Wärme und den Ausbau gut wegsteckt.
Passt zu
Zalema aus Huelva ruft nach Gerichten mit Salz, Jod und etwas Fett: gegrillte Forelle mit Zitronenbutter funktioniert sehr gut, weil die frische Säure den Butterfilm aufräumt und die eher herbe Art der Rebsorte zum Röstaroma vom Grill passt. Auch Gambas al ajillo sind eine gute Idee; Knoblauch und Olivenöl brauchen einen Wein, der nicht von Süße getragen wird, und genau das kann Zalema oft mitbringen. Zu frittiertem Tintenfisch oder Boquerones kommt der Wein ebenfalls gut, weil Salz und Eiweiß die leichte Bitterkeit einfangen und die Frische den Mund wieder frei macht. Wenn es vom Land kommen soll, dann eher Jamón ibérico oder ein Teller Manchego als schwere Schmorgerichte: wenig Sauce, viel Umami, genug Fett für die Säure.
