Yecla (D.O.).
Weine aus Yecla (D.O.): Terroir, Stil & Empfehlungen
Yecla liegt im Norden der Region Murcia, im Südosten Spaniens, etwas im Hinterland zwischen Mittelmeerküste und dem kastilischen Hochland.
Charakter & Stil
Yecla bringt meist kräftige, trockene Rotweine hervor, und Monastrell gibt den Ton an: viel dunkle Frucht, oft Brombeere, schwarze Pflaume, dazu trockene Kräuter, etwas Lakritz und je nach Ausbau auch ein Hauch Erde oder Rauch. Im Glas sind die Weine eher voll bis kräftig, mit spürbarem Alkohol, reifer, aber meist nicht spitzer Säure und Tannin, das präsent ist, oft körnig und bei jungen Weinen zupackt. Anders als viele Monastrells aus Jumilla wirken Yecla-Weine häufig etwas rustikaler und herber, mit weniger Süße im Fruchtbild und mehr Garrigue- und Staubnoten als pure Saftigkeit. Gegenüber mediterranen Rotweinen von der Küste fehlt ihnen oft die Frische von Meeresnähe; stattdessen kommen Wärme, Dichte und Würze deutlicher durch. Der Hécula von Bodegas Castaño zeigt das ziemlich gut: 100 Prozent Monastrell, 14,5 Volumenprozent, dunkle Frucht, Würze und ordentlich Griff.
Lagen & Sub-Regionen
Die D.O. Yecla ist selbst schon eine kleine, klar umrissene Appellation in Murcia; eine ausgeprägte offizielle Sub-Zonen-Struktur wie in größeren spanischen Herkunftsgebieten spielt hier praktisch keine Rolle. Wichtiger ist die Lage im Sinne von Höhenlage und Bodentyp: Viele Weinberge liegen auf 400 bis 800 Metern, oft auf kargen, kalkhaltigen Böden mit sandigen oder steinigen Anteilen und sehr wenig Niederschlag. Die tieferen, wärmeren Parzellen bringen meist dunklere, reifere, körperreichere Weine, während höher gelegene Lagen mehr Frische, Kräuterwürze und straffere Tannine zeigen. Stilistisch dreht sich in Yecla fast alles um Monastrell, die hier unter trockenen, kontinental geprägten Bedingungen mit mediterranem Einschlag besonders gut funktioniert. Wer innerhalb der D.O. Unterschiede sucht, schaut deshalb weniger auf offizielle Unterappellationen als auf alte Buschreben, Exposition, Höhe und den Anteil von Kalk, Sand oder Lehm im Boden.
Passt zu
Zu einem Yecla aus Monastrell wie dem Hécula passt dort naheliegend arroz con conejo y caracoles, also Reis mit Kaninchen und Schnecken: Die dunkle Frucht hält mit dem herzhaften Gericht mit, das Tannin greift das Eiweiß auf, und die Säure räumt das Olivenöl und den Schmorsaft weg. Auch gazpachos yeclanos funktionieren gut, diese flachen Teigfladen mit Wild oder Kaninchen im würzigen Sud, weil der Wein genug Wärme und Druck für Wacholder, Pfeffer und Röstaromen hat. Außerhalb der Region ist Ossobuco eine sehr gute Wahl: Das geschmorte Kalb und das Mark im Knochen brauchen Struktur, Frucht und etwas Gerbstoff, damit das Gericht nicht breit wirkt. Saumagen kann ebenfalls passen, wenn er kräftig gebraten ist, denn die Würze und das Fett finden in Monastrell einen Gegenpart; gegrillter Wolfsbarsch wäre dagegen eher nichts, dafür ist der Wein meist zu dunkel, zu kräftig und zu tanninbetont.
