Geschmack & Charakter
Im Glas zeigt Lambrusco Salamino meist viel saftige rote Frucht, oft Kirsche, rote Johannisbeere und etwas Waldbeere, manchmal mit einem dunkleren Ton von Pflaume. Die Säure ist in der Regel frisch bis lebhaft und trägt den Wein klar nach vorn, während die Tannine eher niedrig bleiben, höchstens mit einem leichten Griff aus der Schale. Der Körper liegt meist im leichten bis mittleren Bereich, unterstützt von der Frische und oft auch von einer feinen, prickelnden Kohlensäure. Beim Alkohol bleibt er gewöhnlich moderat, oft um 8 bis 11,5 Volumenprozent, was den Eindruck saftig statt schwer macht. Im Nachhall wirkt er eher kurz bis mittellang, mit roter Frucht, etwas Blütenwürze und je nach Ausbau trocken, halbtrocken oder spürbar süß.
Anbau & Region
Lambrusco Salamino sitzt in der Emilia, vor allem rund um Reggio Emilia und Modena, oft in der Lambrusco Reggiano DOP sowie in den Modeneser Herkunftsgebieten, wo die Sorte je nach Cuvée solo oder im Verschnitt läuft. In der Ebene des Po sind die Böden meist alluvial: Lehm, Ton, Sand und Kies aus Flussablagerungen, und genau das erklärt den Stil ziemlich direkt. Mehr Ton und Lehm halten Wasser, geben dunklere Frucht, etwas mehr Körper und diese saftige, oft kirschige Art, die auch mit Restzucker nicht breit wirkt; sandigere Parzellen ziehen den Wein heller, duftiger und etwas schlanker auf. Das Klima ist warm, mit heißen Sommern und feuchten Einflüssen aus der Po-Ebene, dazu oft kühle Nächte im Spätsommer: Das fördert reife Frucht, erhält aber genug Säure, damit der Wein als Frizzante frisch bleibt und nicht marmeladig kippt. Typisch für Salamino ist darum dieses direkte Profil aus Brombeere, Sauerkirsche, Veilchen und feinem Gerbstoff, meist in perlender, unkomplizierter Form statt als schwerer Rotwein.
Passt zu
Ein trockener Lambrusco Salamino funktioniert sehr gut zu Ossobuco mit Gremolata: Die frische Säure und das Prickeln schneiden durch Mark und Schmorensaft, die herbe Kirschfrucht hält mit dem kräftigen Fleisch mit. Auch zu gegrillter Forelle mit Zitronenbutter kann das überraschend gut sein, vor allem wenn die Haut schön kross ist, weil Kohlensäure und Säure das Fett aufräumen und der Wein nicht zu schwer auf dem Fisch liegt. Klassisch und besonders stimmig ist er zu Lasagne al ragù oder Tagliatelle mit Salsiccia, denn das Eiweiß fängt die Gerbstoffe ab und die rote Frucht nimmt die Tomate gut auf. Ein amabile oder dolce aus der Rebsorte passt dagegen besser zu schärferen Sachen wie Salsiccia mit Peperoni oder zu Mortadella und Salami auf der Tafel, weil die leichte Süße Schärfe puffert und das Frizzante die Wurstfette leichter wirken lässt. Sehr gut geht auch Parmigiano Reggiano mit etwas Aceto Balsamico, weil Salz, Umami, Säure und feine Süße sich hier gegenseitig sauber in die Spur bringen.


