Charakter & Stil
Pla i Llevant bringt meist warme, trockene Weine ins Glas: bei Rot oft mittlerer bis kräftiger Körper, reife 13,5 bis 14 Volumenprozent, eher milde bis mittlere Säure und Tannin, das spürbar ist, aber selten hart wirkt. Aromatisch dominiert bei den Roten klar dunkle Frucht und rote Frucht zusammen, also Pflaume, schwarze Kirsche, Brombeere, dazu oft mediterrane Kräuter, etwas Garrigue, manchmal ein trockener, erdiger Zug; Callet hält das Profil dabei meist etwas heller und schlanker, als es Cabernet, Merlot und Syrah allein tun würden. Die Weißweine, hier mit Prensal, Giró Ros und Chardonnay, gehen eher in gelbe Frucht und Steinobst als in kühle Zitrus-Schärfe, mit weicherem Säurebild und meist rundem, mittlerem Körper. Im Unterschied zu vielen kräftigen Festland-Regionen Spaniens wirken die Weine aus Pla i Llevant oft weniger von Holz, Extrakt und Strenge geprägt, sondern salziger, kräuteriger und vom warmen Inselklima her offener in der Frucht. Ein guter Anker dafür ist Fermança Negre mit Callet und Syrah: nur 11,5 Prozent Alkohol, also merklich leichter als viele andere mallorquinische Rote im Sortiment, aber trotzdem klar auf dunkle Beeren und Kräuter gebaut.
Lagen & Sub-Regionen
Die D.O. Pla i Llevant ist selbst die Appellation; offizielle Sub-Appellationen gibt es innerhalb der D.O. nicht, deshalb lohnt der Blick auf die beiden Landschaftsräume im Namen: Pla, die flachere Mitte im Osten der Insel, und Llevant, die offenere Osthälfte Richtung Küste. Im Pla prägen sanftes, trockenes Inlandklima und kalkhaltige, oft karge Böden den Stil; die Weine wirken meist ruhiger, etwas wärmer und bei Rot oft weicher gebaut. Im Llevant kommt mehr maritimer Einfluss dazu, mit Wind und etwas stärkerer Tag-Nacht-Spannung, was Frische und eine salzige, herbere Kante begünstigen kann. Typisch für die D.O. ist die Mischung aus internationalen Sorten wie Cabernet, Merlot, Syrah oder Chardonnay und mallorquinischen Trauben wie Callet, Prensal Blanc und Giró Ros. Wer es genauer fassen will, orientiert sich eher an Gemeinden und Einzellagen rund um Orte wie Manacor, Felanitx oder Porreres als an einer formalen Untergliederung, denn die offizielle Herkunft bleibt D.O. Pla i Llevant.
Passt zu
Zu den roten Cuvées aus Pla i Llevant mit viel Callet neben Cabernet, Syrah und Merlot passt auf Mallorca klassisch ein arròs brut oder auch ein gutes Ossobuco: Das Eiweiß im Fleisch nimmt den Gerbstoffen die Kante, und die oft frische, eher schlanke Seite der Callet hält das Schmorgericht lebendig statt schwer zu machen. Ein gereifterer, kräftigerer Tinto oder Crianza kann auch sehr gut zu Saumagen funktionieren, weil Fett und Würze nach Struktur verlangen und die Säure das Ganze wieder sortiert. Der weiße Puput mit Chardonnay, Giró Ros und Prensal ruft eher nach gegrilltem Wolfsbarsch, gerne mit etwas Fenchel oder Zitronenschale, denn seine Frische und die salzige, steinige Anmutung greifen das Meersalz auf und schneiden sauber durch das Öl vom Grill. Das Rosado ist auf der Insel ein naheliegender Partner zu tumbet oder coca de trampó, weil es genug Frucht für das Schmorgemüse mitbringt, aber trocken genug bleibt, um Tomate, Paprika und Olivenöl nicht klebrig wirken zu lassen. So isst man dort oft auch: bodenständig, warmes Wetter im Glas, und immer mit genug Säure, damit die Küche Mallorcas nicht behäbig wird.


