
Springfontein Wine Estate
Springfontein Wine Estate— Weingut, Profil & Sortiment
Die Handschrift der Springfonteiner liegt auf dem ganz besonderen Terroirs. Es ist wohl das einzige Weingut, das am Kap unter Cool-Climate-Bedingungen Weinstöcke auf Kalkböden gesetzt hat. Als Dr. Jost Weber 1995 die zuvor brachliegenden Farm Springfontein rodete und mit der Anpflanzung begann, klopfte ihm der ein oder andere "Grande" des südafrikanischen Weinestablishments generös auf die Schulter: „Are you the crazy guy who is trying to produce vingegar over there ?“ war die Standardfrage. Inzwischen können sie seit dem Jahrgang 2019 mit der „eigenen“ Appellation, also dem, was im Burgund „Monopole“ heißt, aufwarten, und James Suckling hat bislang alle Weine mit mehr als 90 Punkte versehen. Es macht aus unserer Sicht weniger Sinn zu beweisen, dass auch am Kap ein feiner Bordeaux- oder Rhone-Blend erzeugt werden kann, und einen solchen dann auch noch über den Äquator hinweg in Richtung Stammland zu schippern.
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Ulumbaza Red of Springfontein 2019
Springfontein Limestone Rocks Dark side of the Moon 2016
Springfontein Chenin Blanc Terroir Selection 2021
Springfontein Limestone Rocks Child in Time 2016
Springfontein Ulumbaza White 2019
Springfontein Limestone Rocks Gadda Da Vida 2017
Springfontein Daredevils Drums Bunches Broken Shiraz 2018
Springfontein Chenin Blanc Terroir Selection 2018
Springfontein Ulumbaza White 2018
Springfontein Limestone Rocks Whole Lotta Love 2017
Springfontein Chenin Blanc Terroir Selection 2020
Springfontein Jonathan's Ridge 2017
Springfontein Chenel Terroir Sélection Blanc 2021
Stil & Handschrift
Springfontein arbeitet klar vom Ort her gedacht: kühles Küstenklima plus Kalkböden, dazu sehr niedrige Erträge, organischer Anbau und spontane Vergärung mit wilden Hefen. Das spricht eher für terroir-betonte Weine als für glatte, rein sortenlaute Primärfrucht; zugleich zeigt das Sortiment, dass man diesen Ortsausdruck über eigenwillige Cuvées und südafrikanische Rebsorten sucht, nicht über internationale Blaupausen. Im Roten liegt der Schwerpunkt auf Pinotage, oft mit Shiraz und Petit Verdot kombiniert, was auf kraftvolle, würzige, strukturierte Weine mit Substanz hindeutet, etwa bei „Child in Time“ oder „Jonathan’s Ridge“. Bei den Weißen stand zunächst Chenin Blanc im Mittelpunkt, später rückt Chenel nach, auch hier mit dem erklärten Ziel, den Kalkboden und die kühlen Bedingungen sprechen zu lassen. Ob eher Edelstahl oder Holz, reduktiv oder oxidativ ausgebaut wird, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht sauber belegen; sicher ist vor allem diese Handschrift: eigenständig, bodennah, wenig geschniegelt.
Lage & Anbaugebiet
Springfontein Wine Estate liegt bei Stanford im Ward Upper Hemel-en-Aarde, also im kühlen, maritim geprägten Hinterland von Walker Bay in der Cape South Coast. Entscheidend ist hier vor allem der für Südafrika ungewöhnliche Kalkboden: Springfontein gilt als eines der seltenen Kap-Weingüter, das Reben unter echten Cool-Climate-Bedingungen auf Limestone gepflanzt hat; seit dem Jahrgang 2019 tritt das Gut zudem mit einer eigenen Herkunft innerhalb dieser Lage auf. Das Klima wird stark vom nahen Ozean gebremst, was die Reife streckt und Frische bewahrt, während die kalkreichen Böden den Weinen oft Spannung, Salzigkeit und eine eher straffe Kontur geben. Dazu kommen niedrige Erträge und die windoffene Lage, die die Trauben gesund hält und die Aromatik eher in Richtung Präzision als Opulenz schiebt. Im Sortiment zeigt sich dieses Terroir sowohl bei Chenin Blanc und Chenel als auch bei Pinotage und Shiraz: eher kühle, griffige, mineralisch geerdete Weine als breite Fruchtpakete.
Passt zu
Zu Springfontein passt am besten langsam geschmorte Karoo-Lammkeule mit Rosmarin, dazu gegrillte Aubergine und ein Klecks Aprikosen-Chutney. Die Hauptlinie wirkt geprägt von kühlem Klima auf Kalk, dazu kommen bei den Roten viel Pinotage, etwas Shiraz und Petit Verdot: das gibt dunkle Frucht, Würze, Grip und oft eine straffe, salzige Frische statt bloßer Wucht. Lamm nimmt diese herzhafte Tiefe auf, Rosmarin und Röstaromen greifen die würzigen Töne auf, und das leicht süße, säuerliche Chutney puffert Tannin und Alkohol. Falls ein Chenin Blanc oder Chenel im Glas steht, funktioniert dieselbe Richtung erstaunlich gut mit Cape-Malay-Fischcurry oder geräuchertem Snoek, weil die natürliche Frische und der kalkige Zug des Weins Salz, Rauch und milde Schärfe sauber zusammenhalten. So wirkt das Pairing nicht gebaut, sondern wie aus derselben windigen Küstenlandschaft gedacht.
Südafrika
Südafrika als Weinland liegt an der Südspitze des afrikanischen Kontinents, mit Rebflächen vor allem im Westen und Südwesten rund um das Kap. Prägend sind hier die Nähe von Atlantik und Indischem Ozean, kühle Meereswinde, Bergketten im Hinterland und teils deutlich höher gelegene Lagen. Dieses Zusammenspiel bremst die Hitze und gibt vielen Weinen Frische trotz reichlich Sonne.
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